Der Südaltar im Dom

Nach dem 30jährigen Krieg entwickelte sich das Gemeindeleben der evangelischen St. Petri-Gemeinde auf eine bisher kaum erreichte Höhe. Das geistliche Zentrum war der 1644 gestiftete große Abendmahlsaltar, gefertigt von einem unbekannten Zittauer Künstler. An der Rückseite befand sich seit dem Jahre 1700 ein Opferkasten, mit dessen Erträgen das Bautzener Waisenhaus bis 1922 unterstützt wurde. Auch die drei Spitäler Zum Heiligen Geist, Maria-und-Martha und Zum Taucher wurden finanziell und geistlich unterstützt. Der in Wort und Sakrament wurzelnden Frömmigkeit entsprossen Taten sozialer Liebe. Kunstwerke des evangelischen Domteils bezeugen die gläubige Bürgergesinnung: Bilder von Matthäus Crocinus, Leuchter von Gregorius Mättig und Abendmahlsgeräte, gestiftet von mehreren Bautzener Bürgern. Der Dom war auch Wirkungsstätte des Stadtmusikers Johann Pezelius (1639–1694), dessen Bläsermusik noch heute aufgeführt wird...