Gemeinde in sozialistischer Zeit

Die antikirchliche, auf Einschüchterung und Spaltung der Gemeinden zielende Linie des Sozialismus schlug sich auch in Bautzen nieder.

Langfristig wirkte vor allem der Druck über die Schulen und die Jugendweihe auf den Bestand der Kirchgemeinde, da viele Eltern einen bekenntnisorientierten Kurs nicht mittrugen. In den Jahren der DDR sank der Anteil der evangelischen Christen an der Wohnbevölkerung der Stadt von 80 auf 30 Prozent. Die Pfarrer und der Kirchenvorstand bemühten sich den jeweiligen Zeitbedingungen entsprechend um ein reiches Gemeindeleben z. B. durch die Pflege der Kirchenmusik, durch eine eigenständige Kinder- und Jugendarbeit und durch die intensive Erschließung des Neubaugebietes Gesundbrunnen. Einen starken Eindruck in der Öffentlichkeit hinterließ die Beteiligung der Gemeinde an den Kirchenrenovierungen (1954 Ausbau der Taucherkirche, 1956 Domerneuerung, 1975-78 Erneuerung der Maria-und-Martha-Kirche, 1983 Renovierung des Domturmes).