Aufklärung und Pietismus

Die modernen Zeitströmungen des Rationalismus und der Aufklärung ließen das kirchliche Leben in Bautzen nach 1730 mehr und mehr verfallen.

Fehlende Religiosität und Glaubenskraft wurden durch Belehrungen und durch Antikatholizismus ersetzt. Am Ende des 18. Jahrhunderts hatte sich die geistige Grundhaltung dem Atheismus stark angenähert, wie aus den erhaltenen Grabinschriften aus dem Taucherfriedhof und aus der auf ein Viertel gesunkenen Abendmahlsbeteiligung hervorgeht.. Der Pietismus als eine Gegenbewegung konnte sich im Stadtgebiet nicht etablieren. Er wirkte für eine gewisse Zeit in der Kirchgemeinde St. Michael und im Umland von Bautzen (1751 Gründung der Herrnhuter Brüderkolonie Kleinwelka und 1758 Weihe des Kirchsaals durch Nikolaus von Zinzendorf).

Zu den positiven Leistungen dieser Zeit gehört der Aufbau eines kirchlich geprägten Volksschulwesens (1770 Oberlausitzer Schulordnung, 1783 Prentzelsche Stiftsschule auf dem Wendischen Graben, 1817 Landständisches Lehrerseminar, ab 1823 Aufbau des sachsenweit vorbildlichen Volksschulwesens durch den Oberlausitzer Kirchen- und Schulrat G. L. Schulze).
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