Wirkungen des frühen Christentums

Die Sozialgeschichte von Bautzen beginnt am Ende des 13. Jahrhunderts.

Vermutlich durch mildtätige Stiftungen entstanden die beiden Spitäler Maria-und-Martha unterhalb der Liebfrauenkirche (vor 1293) und Zum Heiligen Geist mit Kirche und Friedhof (um 1370). Spitäler hatten damals die Aufgabe, welche heute von Krankenhäusern, Obdachlosenasylen und Pflegeheimen wahrgenommen werden. Ihre wirtschaftliche Grundlage waren u.a. die Spitalswiesen im Osten der Stadt (nahe dem heutigen Spittelwiesenweg). Auch das Kloster gründete ein Haus für Bettler und Obdachlose sowie ein „Siechhaus“, das wir uns als Krankenstube vorstellen können.
Ein wichtiges Mittel zur Verbreitung des Christentums waren geistliche Spiele. Erhalten ist die Nachricht, dass 1413 das Dach des Gewandhauses bei der Freiluft–Aufführung einer Komödie über die heilige Dorothea einbrach, wobei dreißig Personen ihr Leben verloren. Aufgeführt wurde das Stück von den Schülern der Stiftsschule. Auch das Musikleben Bautzens hat seine Quelle in der Pflege der Kirchenmusik durch das Stift und die Schule.
Der Bau von Kirchen und die damit gegebene religiöse Erziehung, die Gründung der Stiftsschule, die Schaffung von sozialen Einrichtungen und die Etablierung einer geistlichen Kunst und Kultur waren die großen Leistungen der mittelalterlichen Kirche in Bautzen.
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